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Smart Factory Lab der FH Salzburg, Foto: FH Salzburg/Sandra Lagler

Digitales Salzburg

Forschung zu Digitalisierung

Das Forschungs-Ökosystem in Salzburg verbindet verschiedene Forschungsfelder und Kompetenzbereiche. Den Kern bilden 20 starke Forschungsgruppen an den Salzburger Universitäten und Hochschulen sowie in der Landesforschungsgesellschaft Salzburg Research und in den Forschungsstudios der Research Studios Austria (RSA FG).

Folgende Themen sind die größten Forschungsbereiche in Salzburg:

Netzwerke und Sicherheit

Grundlage für die Digitalisierung, das Internet der Dinge ist ein zuverlässiges, sicheres Netz. Sowohl an der Planung als auch Entwicklung und das Monitoring von zuverlässigen IP-Netzwerken arbeiten die Salzburg Research Forschungsgesellschaft in Kooperation mit dem Studiengang Informationstechnik und Systemmanagement der FH Salzburg. Dazu gehören unter anderem auch die Analyse von großen Datenströmen, wie sie zum Beispiel für Multimedia Anwendungen wichtig sind, oder Themen wie Echtzeitfähigkeit. Mit einem besonderen Sicherheitsschwerpunkt beschäftigen sich die Forscherinnen und Forscher im Zentrum für sichere Energieinformatik an der FH Salzburg. Hier wird nicht nur am Aufbau intelligenter Stromnetze geforscht, sondern auch an deren Absicherung gegen Hacker. Mit zwei Josef Ressel Zentren vertieft die FH Salzburg hier noch seine Kompetenzen: zu einem erforscht das Josef Ressel Zentrum für Intelligente und Sichere Industrieautomatisierung Grundlagen für sichere, digitale Assistenten für Industriemaschinen, zum anderen entwickelt das Josef Ressel Centre for Dependable System-of-Systems Engineering modellbasierte Methoden, um komplexe Systeme, wie Industrie 4.0 und Smart Grid, verlässlich betreiben zu können.

Zusammenarbeit von Mensch und Computer

Dort, wo Menschen mit computergesteuerten Systemen konfrontiert sind, muss so Einiges beachtet werden: die Nutzerfreundlichkeit muss gegeben sein, das System soll eine Hilfe, statt einer Mehrbelastung sein und die Menschen müssen diese Hilfe akzeptieren können. Der Fachbereich der Universität Salzburg Artificial Intelligence and Human Interfaces widmet sich den verschiedensten Fragestellungen, wie Menschen mit Computern bestmöglich kooperieren können. Mit diesen Thematiken beschäftigt sich auch das gemeinsame Master-Programm Human-Computer Interaction der Universität Salzburg und der Fachhochschule Salzburg, in dem Prinzipien aus den Bereichen Computerwissenschaften, Design und Psychologie kombiniert werden. Der Frage, wie ein automatisiertes Fahrzeug mit den Fahrgästen interagiert, widmet sich Digibus Austria unter der Leitung von Salzburg Research.

Data Science und Künstliche Intelligenz

Daten sind der Schatz des 21. Jahrhunderts. Durch die Digitalisierung fallen immer mehr Daten an, der großteil bleibt aber ungenutzt. Data Science heißt die Wissenschaft, diese Daten nutzbar zu machen und Wertschöpfung daraus zu generieren. Es verknüpft Know-how und Methoden aus der Statistik, Computerwissenschaften, und Datenanalyse. Die Universität Salzburg schuf 2016 den ersten österreichischen Masterstudiengang „Data Science“ und trägt damit der großen Nachfrage aus Wirtschaft nach Data Scientists Rechnung. Daten sind auch Basis jeder Künstlichen Intelligenz. KI durchdringt bereits alle Bereiche unseres Lebens: durch Produktvorschläge in Online-Shops, Navigation im Auto oder digitale Sprachassistenten. Beim Lab for Intelligent Data Analytics Salzburg (IDA Lab) kooperieren Foscher:innen der Universität Salzburg, Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Salzburg Research Forschungsgesellschaft und Fachhochschule Salzburg mit Unternehmen, die datenwissenschaftliche Fragestellungen in der Praxis lösen wollen. So kommt das Data-Science-Wissen in der Salzburger Wirtschaft an.

Ortsbasierte Daten

Mit standortbezogenen Daten lassen sich verschiedenste Anwendungen realisieren: Einsatz- und Ressourcenplanung, Lokalisierung von Störfällen, Angebote von ortsbezogenen Diensten, wie beispielsweise Auskunft über das Wetter oder Denkmäler, Flächenplanung, Werbeangebote und vieles mehr. In Salzburg stellt die Geoinformatik mit dem bekannten Zentrum für Geoinformatik (Z_GIS) und dem Research Studio iSPACE ein Stärkefeld dar. Beide arbeiten auch mit Unternehmen gemeinsam an ihren Fragestellungen. Menschen, Produkte und Maschinen bewegen sich im Raum und sind zunehmend drahtlos vernetzt. Diese enorme Dynamik bietet neue Chancen für Gesellschaft und Wirtschaft. Im Christian Doppler Labor gEOhum werten Forscher:innen Satelliten-Daten aus, um die humanitäre Einsätze von Ärte ohne Grenzen zu unterstützen und deren Planung zu vereinfachen. Mit dem Internet der Dinge (IoT) macht Salzburg Research mobile Dinge messbar, verknüpft sie zuverlässig, entwickelt Algorithmen für aussagekräftige Ergebnisse und steigert damit Mehrwert und Effizienz. Im Projekt 5G Mobis vom Research Studio iSPACE wird untersucht, 5G-Daten für die Verkehrssteuerung und die Raum- und Mobilitätsplanung genutzt werden können. Die Salzburger Forschungsinstitute arbeiten mit Unternehmen an individuelle Fragestellungen.

Mit dem Copernikus Master in Digital Earth hat das Zentrum für Geoinformatik ein einzigartiges, internationales Masterstudium geschaffen, bei dem Studierende an der Z_GIS und an einer der Partneruniversitäten University of South Brittany oder Palacky-Universität Olomouc eine Ausbildung in Geoinformatik, Fernerkundung, Kartographie/Geovisualisierung und Informatik erhalten.

Digitale Geschäftsmodelle

An erster Stelle zum Schritt hin zur Digitalisierung sollten Überlegungen stehen, wie Abläufe und Geschäftsmodelle geändert oder aufgebaut werden können. Mittels Technik können diese in einem zweiten Schritt umgesetzt werden. Änderungen hin zu Individualisierung und Nachvollziehbarkeit von Produkten, intelligente Automatisierung, Digitalisierung von Produkten (wie beispielsweise Bücher oder Streamingdienste) und viele mehr können eine komplette Umstellung des Geschäftsmodells bewirken.
Als Forschungspartner in diesem Bereich bieten sich gleich mehrere Salzburger Einrichtungen an:

 

Smartes Leben: Gesundheit und Sport

Schwerpunkte werden in Salzburg auch in der digitalen Unterstützung für ein gesundes Leben gesetzt – zur Prävention sowie zum Erhalt von Gesundheit: Das Ludwig Boltzmann Institut for Digital Health and Prevention widmet sich der Gesundheitsprävention und Therapiebegleitung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Salzburg Research Forschungsgesellschaft beschäftigt sich mit der optimalen Verbindung von Bewegung – so auch im Sport – mit digitalen Informationen.

Digitalisierung zum Anfassen

Die Pioniergarage Salzburg ist eine offene Werkstätte, in der eigene Ideen mit Laser Cutter, 3D-Drucker, CNC-Fräse, Schneideplotter und Elektronik umgesetzt werden können. Startups können dort etwa Prototypen entwickeln, junge Architekt:innen Modelle anfertigen, aber auch die kreativen Entwürfe von Designer:innen und Hobbybastler:innen werden hier realisiert.

Das Smart Factory Lab der FH Salzburg ist eine Forschungs- und Wissenstransfer-Stelle für intelligente Produktion. Der Schwerpunkt liegt bei digitalen Zwillingen, kollaborativer Robotik und flexible, cloudbasierte Produktion. Das Smart Factory Lab ist mit seiner Ausstattung an klassischen und modernsten Produktionsmaschinen, die mit Sensorik und intelligenter Datenarchitektur und teilweise mit Cloud-Anwendungen verbunden sind, ist eine Spielwiese für Forscher:innen, Studierenden und Unternehmen.

Im DO!LAB, dem ersten Maker Space im Pinzgau, stehen Inspiration, kreativer Austausch und gedanklicher Freiraum an oberster Stelle. Dafür hat man 3D-Drucker, CNC-Fräse, Folienschneider, Heißpresse, Nähmaschine und diverse Werkzeuge und elektronische Geräte zur Verfügung. Auch Hallwang bei Salzburg hat mit der Gemini – Startup Base einen Gründerhub und Makerspace. 3D-Drucker, Maschinen zur Metallverarbeitung, ein Elektronik-Labor, Lasercutter, Foto- und Filmstudio, ein KFZ-Bereich, Fräsen und vieles mehr bieten den Nährboden für Bastler:innen, Erfinder:innen und Startups.

Multimedia Technologie

Computergenerierte Bilder, Virtual Reality, hilfreiche Apps, Games und Simulationen – sie alle sind Ausdruck einer multimedialen Welt, die mittels neuester Technologie erbaut wird. Dem nähert man sich künstlerisch und/oder nach den Bedürfnissen der Nutzenden ausgerichtet. Die Forschung des Studiengangs MultiMediaTechnology der FH Salzburg führt komplexe Informationen aus den Bereichen Web (z.B. soziale Netzwerke, Kaufinteressen, Mediennutzung, etc.), Game & Simulation (z.B. Spieler:innenverhalten, Emotionen, Schwarmverhalten, etc.) und Mobile (z.B. Nutzungsverhalten, Bewegungsdaten, etc.) zusammen, und bereitet sie multimedial auf. Bei den verschiedensten Forschungsbereichen arbeitet man hier auch eng mit dem künstlerisch-gestaltenden hauseigenen Studiengang MultiMediaArt zusammen.

Der Bereich Human-Computer-Interaction beschäftigt sich mit der Beziehung Mensch-Computer. Wie diese miteinander interagieren können, lernen und erforschen Studierenden Joint-Master-Programm Human-Computer Interaction an der FH Salzburg und Universität Salzburg. Wissen aus Psychologie, Design und Computerwissenschaften wird verknüpft, um menschen-zentrierte, innovative Schnittstellen zu Maschinen zu schaffen.

 

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