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Foto: Tumisu on pixabay

28. Februar 2022

Digitale Anwendungen für stationären Handel

Der stationäre Handel braucht neue Konzepte, digitale Technologien für sich zu nützen. Im Forschungsprojekt Retailization 4.0 der Fachhochschule Salzburg werden Händler nun technologisch aufgerüstet, um die Stärken des regionalen Handels zu unterstützen.

Obwohl der größte Teil der Umsätze im Handel immer noch analog erzielt wird, stellt der boomende Onlinehandel den stationären Handel vor Herausforderungen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, muss sich auch der stationäre Handel im Vertrieb, im Sortiment und im Service weiterentwickeln.  Das Sortiment eines regionalen Händlers dabei einfach in einen Onlineshop umzulegen, ist dabei nicht immer die beste Idee. „Damit begibt er sich in einen Wettbewerb mit den großen Onlinehändlern, den er nur verlieren kann“, sagt Robert Zniva, Handelsexperte und Projektleiter von Retailization 4.0 an der FH Salzburg.

Der stationäre Handel braucht daher andere Konzepte, digitale Technologien für sich zu nützen. Im Forschungsprojekt Retailization 4.0 der Fachhochschule Salzburg werden Händler nun technologisch aufgerüstet, um die Stärken des regionalen Handels zu unterstützen und mehr Kundennutzen zu generieren. Dabei geht es nicht darum, das Personal im Handel zu ersetzen, sondern es bei ihren Tätigkeiten zu unterstützen. Digitale und maschinelle Services sollen in stationäre Konzepte integriert werden, ohne diese zu kannibalisieren.

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Kernteam des Projekts (v.l.n.r.): Olaf Sassnick, Martin Uray, Christina Schlager, Tina Neureiter, Reuf Kozlica, Simon Kranzer, Robert Zniva (Foto: Retailization 4.0)

Vorbild Industrie 4.0

Herangezogen werden dabei Technologien, die auch bereits vielfach in der Industrie – Stichwort Industrie 4.0 – angewendet werden, zum Beispiel Sensoren, die Kund:innenströme im Point of Sale  messen, um das Sortiment oder die Platzierung von Produkten zu optimieren. Virtuelle und maschinelle Assistenten sollen die Mitarbeiter:innen im Handel unterstützen, den Service für die Kundschaft zu verbessern. Als dritte Technologie wird Künstliche Intelligenz und Data Science herangezogen, um zum Beispiel mit Daten von Kund:innen umsatzrelevante Prognosen erstellen zu können. „Mit Retailization 4.0 unterstützen wir mithilfe schon bestehender Technologien die Stärken des kleinteiligen, regionalen Handels, damit dieser seine Dienstleistung noch besser machen und seine Vorteile gegen den reinen E-Commerce ausspielen kann“, sagt Simon Kranzer, ebenfalls Projektleiter an der FH Salzburg.

Welche Technologien für den Handel sinnvoll einsetzbar sind und wie die Anwendung aussehen kann, wird gemeinsam mit Partnern aus Handel und Technologie untersucht. Das Forschungsprojekt startete im Juli 2021 und ist stetig auf der Suche nach interessierten Unternehmen. Neben den Transferprojekten ist auch eine Workshop-Reihe geplant, welche Händler:innen möglichst niederschwellig und unabhängig zu unterschiedlichsten Themen der Technologisierung von Handelsflächen informieren soll. Auch der Transfer in die Lehre ist von Relevanz. Im „Future of Retailing Dialog“ werden Studierenden neueste Technologieansätze und innovative Anwendungsszenarien vorgestellt.

Retailization 4.0 wird durch die FFG COIN-Förderung finanziert.

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