EdTech_innovationslabor
Projektteam "INTER-DI-KO" (Foto: Andreas Kolarik)

12. Dezember 2021

Innovationslabor für die Bildung der Zukunft

Die Digitalisierung hat die Art, wie wir Informationen beziehen, verändert. Besonders junge Menschen nehmen Informationen anders auf. Daher benötigt es auch neue Ansätze, um gesellschaftsrelevante Themen zu vermitteln. Im Innovationslabor für Bildung werden kooperative und interdisziplinäre Ansätze erprobt. Diese sollen dann in Schulen integriert werden, um sie zukunftsfit zu machen.

Die Paris Lodron Universität Salzburg (PLUS) und die Pädagogische Hochschule Salzburg (PH) eröffnen ab Herbst 2022 das Innovationslabor für Bildung „INTER-DI-KO“: „Interdisziplinarität – Digitalisierung –  Kooperation“, um neue Bildungsformate zu testen. Im Innovationslabor geht es darum, drei Bereiche für den Unterricht der Zukunft zusammenzubringen:

  • Fachübergreifende Fragen angesichts der gesellschaftlichen Krisen des 21. Jahrhunderts
  • Technologischer Wandel in der Wissenskommunikation
  • Zusammenarbeit von Schule, Hochschule und Universität

In Zukunft wird dort getestet, wie man mittels einer innovativen Lernumgebung „Future Skills“, also Fähigkeiten für die Zukunft, bei Schüler:innen und Studierenden aufbauen kann. Im Mittelpunkt stehen die 4 K: Kollaboration, Kreativität, Kommunikation, Kritisches Denken. Digitale Werkzeuge sind der Treiber, um neue Formen der Kommunikation zu finden. „Im Innovationslabor werden alle am Unterricht beteiligten Akteur:innen an der Erprobung neuer Unterrichtsformate beteiligt“, so Ulrike Greiner, Projektleiterin bei der PLUS.

Wichtig in der Umsetzung ist, wie Lehrende gesellschaftsrelevante Themen wie Klimawandel, Demokratie, sozialen Zusammenhalt, neue Medienkulturen, Gender und Künstliche Intelligenz in der Schule vermitteln können. Bereits Monate vor Start des Innovationslabors haben viele Salzburger Schulen Interesse bekundet, beim Innovationslabor mitzuwirken.

Räume zur Annäherung an Technologie

An der PH wird ein Laborraum entstehen, der mit digitalen Technologien ausgestattet wird. Zudem wird ein mobiles Labor eingerichtet, das vor Ort an Schulen genutzt wird. Diese Labore stehen allen Beteiligten zur Verfügung, um Unterrichtsinnovationen zu erproben. Für Vizerektor Martin Weichbold (PLUS) und Rektorin Daniela Martinek (PH) bestärkt dieses Projekt sehr deutlich die zukunftsweisende Zusammenarbeit der Institutionen.

Dabei stellt die österreichweite Initiative EdTech Austria ein großes Netzwerk an Unternehmen, Bildungsfachleuten sowie Entscheidungsträger:innen zur Verfügung. EdTech Austria ist bei Innovation Salzburg angesiedelt und arbeitet mit dem gesamten Projektteam zusammen. „Digitale Lehr- und Lernanwendungen – sogenannte EdTech-Lösungen – sind spätestens seit Beginn der Pandemie nicht mehr aus der Schule wegzudenken. In welchen Unterrichtssettings digitale Tools zu den besten Lernergebnissen für Schüler:innen führen, ist noch eine offene Frage. Mit diesem neuen Projekt können wir in Salzburg innovative EdTech-Lösungen ausprobieren, Forschungsergebnisse liefern und Mehrwert für alle Beteiligten schaffen. Das ist einmalig für Österreich“, sagt Hannes Aichmayr, Projektleiter von EdTech Austria.

Schüler:innen und Lehramtsstudierende im Fokus

Gestartet wird das Innovationslabor mit zwei Projekten. Bei „Schüler:innen eine Stimme geben” gestalten Schüler:innen als Medienproduzent:innen den Unterricht aktiv mit. Sie lernen schulisches und selbsterworbenes Wissen medial aufzubereiten: mit Podcasts, Kurzfilmen, Videos, Blogs etc. Dabei eignen sie sich neben Fachwissen auch digitales Know-how und Medienkompetenz an, berichtet Christine Trültzsch-Wijnen, Projektverantwortliche von der PH. Beim zweiten Projekt „Den Unterricht der Zukunft entwickeln“ stehen Lehramtsstudierende im Mittelpunkt. Studierende entwickeln neues, digitales Lehrmaterial für gesellschaftsrelevante Themen und deren kooperative Bearbeitung.

Förderung ermöglicht Innovationslabor

Die neuen Innovationslabore werden von der Innovationsstiftung für Bildung gefördert. Neben dem Salzburger Innovationslabor haben vier weitere Innovationslabore in Österreich den Zuschlag zum Förderprogramm bekommen. Über 700.000 Euro werden dafür zur Verfügung gestellt. 50 Prozent finanziert die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und 50 Prozent die Universität Salzburg, die Pädagogische Hochschule Salzburg und das Land Salzburg.

„Bei der Planung des Innovationslabors waren wir überzeugt, dass die Digitalisierung neue Unterrichtsformate ermöglicht. Die Coronakrise macht digitale Fähigkeiten im Bildungsbereich dringend notwendig. Die jetzt gesammelten Erfahrungen müssen eingebracht werden. Die positiven Ergebnisse sollen in die zukünftige Entwicklung einfließen“, sagt Landesrätin Andrea Klambauer.

Über EdTech Austria

Innovation Salzburg, das Land Salzburg, die Wirtschaftskammer Österreich und die Wirtschaftskammer Salzburg haben im November 2020 EdTech Austria ins Leben gerufen. Dem Zukunftsthema Educational Technologies (digitale Anwendungen, die das Lernen unterstützen) wird mit dieser Initiative Auftrieb verliehen. EdTech Austria hat zum Ziel, Salzburg als EdTech-Pilotregion aufzubauen und österreichweite Maßnahmen zur Etablierung von Bildungstechnologien zu setzen. Die Initiative ist bei Innovation Salzburg angesiedelt. Digitale Lerntechnologien können mit EdTech wachsen. Lehren und Lernen wird in die digitale Zukunft geführt.

edtechaustria.at

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