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Foto: Salzburg Research

11. Juli 2019

Automatisiertes Shuttle testet Technologie heimischer Unternehmen

Kein Lenkrad, kein Lenker, keine Lenkerin: Der automatisierte Digibus® ist wieder in der Salzburger Gemeinde Koppl unterwegs – mit einigen Innovationen an Bord.

Die neuen Technologien von heimischen Unternehmen helfen bei der Fahrgastkommunikation sowie der genaueren Positionierung und werden nun im Realbetrieb wissenschaftlich getestet.

Im österreichischen Leitprojekt „Digibus® Austria“ erforscht und erprobt ein hochkarätiges Konsortium unter der Leitung von Salzburg Research den zuverlässigen und sicheren Betrieb von automatisierten Kleinbussen im öffentlichen Personennahverkehr. Selbständigkeit und Fahrsicherheit von autonomen Fahrzeugen sollen weiter verbessert werden. Dafür werden Maßnahmen für die Kommunikation zwischen Fahrzeug und anderen Verkehrsteilnehmer/-innen sowie im Bereich der technischen Infrastruktur untersucht.

In der Salzburger Gemeinde Koppl wurde erstmals in Österreich abseits der Autobahn bzw. von Städten eine ITS G5-Infrastruktur von Kapsch TrafficCom für den Test von automatisiertem Fahren errichtet. Der europäische Standard ITS G5 (5,9 GHz) ermöglicht umfangreiche Verkehrsvernetzung (V2X – Vehicle-to-everything). Mit Hilfe von V2X wissen Fahrzeuge und Verkehrsinfrastruktur erstmals voneinander und tauschen untereinander Daten aus. Die ebenfalls von Kapsch TrafficCom V2X 5,9 GHz-On Board-Unit im automatisierten Digibus® sendet bis zu 10-mal pro Sekunde eine Nachricht aus. Im Leitprojekt Digibus® Austria wird die Übertragung von Korrekturdaten für eine hochgenaue Satellitenpositionierung über ITS-G5 getestet. Der Digibus® verwendet die Korrekturdaten, um Fehler der Satellitensignale auszugleichen – eine Positionierungsgenauigkeit im Zentimeterbereich wird dadurch möglich.

Eine weitere technische Neuerung im Bus befasst sich mit der Fahrgastkommunikation. Commend International untersucht mit dem Konsortium, welche Informationen und Interaktionsmöglichkeiten Fahrgäste in einem autonomen Fahrzeug brauchen. Im Digibus® sowie im Ortszentrum von Koppl wurden Sprechstellen installiert. Damit können Fahrgäste Anfragen stellen oder Probleme melden. Momentan leitet die Anfrage zu einer Leitstelle weiter, künftig sollen einfache, wiederkehrende Anfragen mit Hilfe von Chatbots beantwortet werden können.

Leitprojekt „Digibus® Austria“

Das Leitprojekt „Digibus® Austria“ läuft bis März 2021 und wird im Rahmen des Forschungsprogramms „Mobilität der Zukunft“ vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie gefördert. Salzburg Research koordiniert ein hochkarätiges Partnerkonsortium, in dem führende Unternehmen sowie Forschungsinstitute entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV) vom Fahrzeuganbieter bis zum Mobilitätsdienstleister zu den Ergebnissen beitragen.

  • Forschungspartner: Salzburg Research (Projektleitung), Virtual Vehicle Research Center, AIT Austrian Institute of Technology GmbH, Universität Salzburg – Center für Human-Computer Interaction, Universität für Bodenkultur – Institut für Verkehrswesen, apptec ventures GmbH.
  • Unternehmenspartner: Kapsch TrafficCom AG, PRISMA solutions EDV-Dienstleistungen GmbH, Commend International GmbH, Fluidtime Data Services GmbH, HERRY Consult GmbH, ÖBB-Holding AG, EasyMile SAS.
  • Assoziierte Partner: Land Salzburg, Land Niederösterreich, ÖAMTC Fahrtechnik GmbH, A1 Telekom Austria AG

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