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Foto: Zbynek Burival on unsplash

27. Juli 2019

Cybersecurity für Energiesysteme

Cybersecurity für Energiesysteme – was sperrig klingt, kommt auf lange Sicht Energieverbrauchern, -lieferanten und der Umwelt zugute.

Cybersecurity für Energiesysteme – was sperrig klingt, kommt auf lange Sicht Energieverbrauchern, -lieferanten und der Umwelt zugute. Verbraucher und Lieferanten müssen dabei nicht unbedingt zwei verschiedene Paar Schuhe sein: Immer mehr Menschen stellen Energie mittels Solaranlagen oder kleinen Blockheizkraftwerken selbst her. Immer öfter produzieren sie mehr als sie brauchen und könnten die Energie ins Stromnetz einspeisen. Damit eine optimale Versorgung der Netzteilnehmer gewährleistet werden kann, muss man nicht nur wissen, wer wie viel zu welcher Zeit einspeist, sondern auch, wann voraussichtlich wie viel Strom wo benötigt wird. Die Digitalisierung bringt zwar Lösungen, aber auch Herausforderungen. Eine davon betrifft den Umgang mit Daten.

Datensicherheit für Endkunden

In Salzburg beschäftigen sich Prof. Dominik Engel und sein Team im Zentrum für sichere Energieinformatik an der Fachhochschule Salzburg mit digitalen Energiesystemen und deren Sicherheit. Gemeinsam mit den Forschungspartnern konnten schon einige Ergebnisse erarbeitet werden. Eines davon ist eine einfache Benutzeroberfläche für die Netzteilnehmer, auf der sie selbst einstellen können, wie viele Daten sie von sich freigeben möchten. „Da die meisten Menschen nicht viel mit technischen Details anfangen können, geben wir darin eine einfache Darstellung vor. Auf der einen Seite wird erklärt, welche Informationen sie mit jeder Einstellungsstufe von sich preisgeben und welche Rückschlüsse aus diesen Daten gezogen werden können. Auf der anderen Seite können sie sehen, welchen Nutzen sie von dieser Preisgabe haben“, erklärt Engel. „So kann jeder für sich abwägen, wie weit er oder sie gehen möchte. Fakt ist, je mehr Daten jemand liefert, desto mehr Informationen gibt es über die Person.“ Ein weiteres wichtiges Themenfeld am Zentrum für sichere Energieinformatik ist deshalb die Verschlüsselung der Daten. Dazu wurden Methoden erarbeitet, die Daten von Einzelquellen in ein Gesamtbild verwandeln. Je mehr Daten eingespielt werden, desto schärfer wird das Bild, desto besser und genauer kann damit gearbeitet werden. Somit ist der Nutzen der Daten gegeben, Rückschlüsse auf einzelne Haushalte können aber nicht mehr gezogen werden. Mit solchen Verschlüsselungstechnologien kann jeder ruhigen Gewissens und ohne Furcht seinen Beitrag zur Stromgewinnung leisten. Auf lange Sicht kann so ganz wesentlich zur Energiewende beigetragen werden.

Planungssoftware für IT-Sicherheit

Neben dem sorgsamen Umgang mit den Nutzerdaten hat die grundsätzliche Sicherheit von digitalen Energiesystemen höchste Priorität. Sowohl im Großen als auch im Kleinen. „Unsere Gesellschaft setzt auf die Verfügbarkeit von Strom“, sagt Engel, „fällt dieser für längere Zeit aus, kann es zu Unruhen kommen.“ Dazu kommt, dass auch in immer mehr Gebäuden auf Smart Home Technologien gesetzt wird. Jalousien, Heizungen und sogar Türschlösser können digital gesteuert werden. Damit es keine Sicherheitslücken gibt, haben die Forscher am Zentrum für sichere Energieinformatik eine Planungssoftware entwickelt, mit der eine Gesamtarchitektur des jeweiligen IT-Netzes gezeichnet werden kann und die selbstständig auf Schwachstellen aufmerksam macht.

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