venen-erkennung-statt-pin-code
Foto: Universität Salzburg / Luigi Caputo

27. Juli 2018

Venen-Erkennung statt PIN-Code

Was macht uns einzigartig? Muttermale? Die Nasenspitze? Neben den offensichtlichen Merkmalen, gibt es auch die, die unter der Haut verborgen liegen. Unsere Venen zum Beispiel.

Die Venenbiometrie ist ein wichtiger Aspekt der Sicherheits-Forschung von Andreas Uhl, stv. Fachbereichsleiter der Computerwissenschaften und Leiter des Multimedia Signal Processing and Security Lab an der Universität Salzburg. Mit seinem Team und mehr als 12 Partner-Institutionen aus Großbritannien, Deutschland, Polen und Frankreich, arbeitet er im Rahmen des EU-Projekts PROTECT an biometrischen Modalitäten in der Grenzkontrolle. Uhl leitet dabei den Bereich der Venen- und Sicherheitstechnologie, und liefert Beiträge im Bereich der Irisbiometrie.

venen-erkennung-02
Foto: Universität Salzburg / Luigi Caputo

Bankomaten mit Venenerkennung

Im Gegensatz zum Fingerabdruck ist ein venen-basiertes biometrisches Merkmal weniger Umwelteinflüssen ausgesetzt, damit robuster und nicht so leicht fälschbar. Tests zeigten, dass gängige Fingerabdrucksensoren von Smartphones innerhalb von zwei Wochen geknackt werden können. Auch der klassische Bankomat-Pin gilt als unsicher. „Kreditkarteninstitute akzeptieren die schlechte Sicherheitsstufe solange der Schaden nicht zu hoch wird“, sagt Uhl. In Japan wird die venen-basierte biometrische Authentifizierung schon bei Bankomaten verwendet, die Bank Barclays in Großbritannien setzt sie beim Homebanking ein. Die biometrische Sicherheitstechnik steckt dennoch in den Kinderschuhen. „Man weiß noch nicht viel. Es gibt wenige unabhängige Studien über die Robustheit gegenüber Kälte und anderen schwierigen Aufnahmebedingungen“, sagt Uhl. Wie sie sich im österreichischen Bankenumfeld machen würde, erforscht der Informatiker in einem Projekt mit Sozialwissenschaftlern. „Wir prüfen, wie eine biometrische Sicherheitsfunktion statt einem Pin-Code in der Bevölkerung ankommen würde“, so der Experte.

Bankomaten müssten mit entsprechenden Modulen ausgestattet werden und Bankkund:innen ihre persönlichen Merkmale speichern lassen. Ein wichtiger Aspekt ist die Sicherung biometrischer Merkmale gegen Diebstahl. Denn „wenn eine Datenbank mit biometrischen Merkmalen gestohlen wird, können sich legitime Benutzer:innen nicht dagegen wehren, dass ihre Merkmale verwendet werden“. Im Falle eines Verlusts wäre das Merkmal verloren und würde sich nicht wie ein Passwort ändern lassen. Es gibt aber Technologien, die Merkmale verändert abspeichern können. „Bei diesen Systemen werden die Merkmale kombiniert mit einem Schlüssel in Form eines PIN-codes abgespeichert. Im Fall von Datenverlust werden die dafür verwendeten Schlüssel verändert und die verloren Daten damit wertlos. Für mich ist das der Schlüssel für eine sichere Verwendung von Biometrie“.

Das könnte Sie auch interessieren

1. Dezember 2022

Das sollten Sie über Förderungen wissen

Damit Sie für den nächsten Förderantrag gewappnet sind, beantworten wir Ihnen hier die wichtigsten Fragen rund um das Thema Innovationsförderungen.

28. November 2022

Gesünderer Lebensstil durch digitale Hilfsmittel

Das Ludwig Boltzmann Institut für digitale Gesundheit und Prävention in Salzburg feiert dreijährigen Geburtstag.

30. September 2022

COPA-DATA eröffnet neues Gebäude

Ende September wurde das zweite Bürogebäude von COPA-DATA in Salzburg eröffnet. Dort wurden moderne Arbeitsplätze für 120 Mitarbeiter:innen geschaffen. Wir waren bei der Eröffnung dabei.

19. September 2022

PMU erforscht regeneratives Potential von extrazellulären Vesikeln zusammen mit Boehringer Ingelheim

Extrazelluläre Vesikel Theralytische Technologien ist ein Leitprojekt der Wissenschafts- und Innovationsstrategie des Landes Salzburg und wird aus Mitteln des Landes Salzburg und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung für Investitionen in Wachstum und Beschäftigung gefördert.