Gruppenfoto von sechs hochkarätigen Gästinnen, die beim Salzburg Media Summit 2026 gesprochen haben, vor dem Leopoldskroner Weiher mit Untersberg im Hintergrund.
Hochkarätige Besetzung beim Salzburg Media Summit, von links: Marlene Beran (Servus TV/Red Bull Media House), Kristina Hammer (Präsidentin Salzburger Festspiele), Veronica Ferres (Schauspielerin und Produzentin, Construction Film), Brigitte Wettstein (Moonlake Entertainment), Rose Marie Vega (RMVISTAR), Laura Zentner (Greenberg Traurig Germany), Foto: Innovation Salzburg/Benedikt Schemmer

27. Juli 2026

Salzburgs Filmwirtschaft ist doppelt so groß wie bisher angenommen

Rund 300 Vertreter:innen aus Film, Medien, Wirtschaft und Politik kamen beim Salzburg Media Summit zusammen. Im Mittelpunkt standen die Zukunft der Film- und Medienbranche sowie aktuelle Entwicklungen rund um künstliche Intelligenz, neue Studien zur wirtschaftlichen Bedeutung der Filmwirtschaft und die Weiterentwicklung des Film- und Medienstandorts Salzburg.

Wie entwickelt sich der Film- und Medienstandort Salzburg? Welche Chancen bieten Künstliche Intelligenz und neue Finanzierungsmodelle für die Branche? Und welchen wirtschaftlichen Beitrag leisten Film- und Fernsehproduktionen bereits heute?

Mit diesen Fragen beschäftigte sich der 21. Salzburg Media Summit, der am 24. Juli 2026 rund 300 Vertreter:innen aus Film, Medien, Wirtschaft, Politik und Forschung im Schloss Leopoldskron zusammenbrachte. Internationale und nationale Speaker:innen diskutierten aktuelle Entwicklungen der Medien- und Kreativwirtschaft und beleuchteten, welche Chancen sich für Europa und den Standort Salzburg ergeben.

Europas kreative Zukunft im Fokus

Den Auftakt bildete das Vormittagsprogramm „Europas kreative Zukunft“, das gemeinsam mit EIT Culture & Creativity gestaltet wurde. Nach der Eröffnung durch Staatssekretärin Elisabeth Zehetner diskutierten internationale Expert:innen über die Zukunft der europäischen Medien- und Kreativwirtschaft. Im Mittelpunkt standen die Auswirkungen von künstlicher Intelligenz, neue Formen der Zusammenarbeit sowie die Frage, wie Europa seine kreative und technologische Wettbewerbsfähigkeit langfristig stärken kann.

Impulse kamen unter anderem von Anette Schäfer, CEO von EIT Culture & Creativity, Hans Hoffmann von der European Broadcasting Union (EBU) sowie Stefan Kollinger, Chief Innovation Officer des ORF. Sie zeigten auf, wie Innovationen, europäische Kooperationen und neue Technologien die Medienbranche verändern und welche Rahmenbedingungen notwendig sind, damit Europa im internationalen Wettbewerb erfolgreich bleibt. Ergänzt wurde das Programm durch Pitches (inter)nationaler Startups und eine Paneldiskussion zu den Chancen Europas in einer sich wandelnden Medienlandschaft.

Filmwirtschaft als Wirtschaftsfaktor im Mittelpunkt

Das Hauptprogramm am Nachmittag eröffneten Innovation Salzburg Geschäftsführer Walter Haas und Stefanie Daubek, Vorsitzende der Fachvertretung Film- und Musikwirtschaft der Wirtschaftskammer Salzburg. In einer Videobotschaft betonte Landeshauptfrau Karoline Edtstadler, dass die in Europa gelebten Werte gerade im Umgang mit künstlicher Intelligenz und sozialen Medien eine große Stärke seien.

Im Anschluss wurden zwei neue Studien präsentiert, die den Film- und Medienstandort Salzburg aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Eine von Innovation Salzburg und der Fachvertretung Film- und Musikwirtschaft der Wirtschaftskammer Salzburg beauftragte Studie zeigt, dass die Filmwirtschaft jährlich mehr als 430 Millionen Euro Wertschöpfung erwirtschaftet und rund 5.000 Arbeitsplätze sichert – etwa doppelt so viel wie bisherige Statistiken ausgewiesen haben. Erstmals wurden dabei auch vor- und nachgelagerte Wertschöpfungsstufen berücksichtigt. Damit zählt die Filmwirtschaft zu den bedeutenden Wirtschaftszweigen des Bundeslandes und bewegt sich wirtschaftlich auf Augenhöhe mit Wien. „Filmförderungen sind Investitionen in eine starke Branche mit konkreter positiver Wirkung. Hinzu kommt noch der langfristige Effekt für den Tourismus“, betonte Walter Haas, Geschäftsführer von Innovation Salzburg.

Eine zweite Studie von Michael Paul und Jan Wimmel (Unicepta) zeigte, welchen touristischen Mehrwert Film- und Fernsehproduktionen schaffen. Erfolgreiche Formate machen Drehorte international sichtbar und können erhebliche Werbeeffekte für den Standort erzielen. Als Beispiele wurden unter anderem „Der Bergdoktor“ sowie das Krimiformat „Alpentod“ vorgestellt.

Internationale Perspektiven für die Film- und Medienbranche

Am Nachmittag standen vor allem aktuelle Herausforderungen und Chancen der Film- und Medienbranche im Mittelpunkt. Diskutiert wurden neue Finanzierungsmodelle, der Einsatz von künstlicher Intelligenz, die Zukunft europäischer Inhalte sowie die Wettbewerbsfähigkeit des Produktionsstandorts Europa.

Zu den internationalen Speaker:innen zählten unter anderem Produzentin und Schauspielerin Veronica Ferres, Warner Bros. Discovery International-Präsident Gerhard Zeiler, Produzent Heinrich Ambrosch, Servus-Media-Managerin Marlene Beran, Rechtsanwältin Laura Zentner sowie Executive Producerin Rose Marie Vega. Veronica Ferres sprach sich für wettbewerbsfähige Fördermodelle in Europa aus und sieht darin eine große Chance, internationale Produktionen verstärkt nach Europa und Österreich zu holen.

Im abschließenden von Hannes M. Schalle moderierten Fireside Talk wurde deutlich, dass starke lokale Inhalte und attraktive Förderinstrumente entscheidende Erfolgsfaktoren für internationale Produktionen sind. Gerhard Zeiler bezeichnete das österreichische Förderprogramm FISA+ als wichtigen Standortvorteil und betonte, dass globale Streamingplattformen nur mit starken lokalen Produktionen langfristig erfolgreich sein können.

Premiere für „Mozart – The Sounds of Salzburg“

Den Abschluss des Salzburg Media Summit bildete die Premiere des Kurzfilms „Mozart – The Sounds of Salzburg“ über das DomQuartier Salzburg mit Jedermann-Darsteller Philipp Hochmair in der Hauptrolle.

Gemeinsam den Medienstandort Salzburg weiterentwickeln

Der Salzburg Media Summit wird gemeinsam von Film & Musik Salzburg, Innovation Salzburg, Film & Music Austria (F&MA), der Wirtschaftskammer Salzburg, der Industriellenvereinigung Salzburg, dem Fernsehfonds Austria, ABA – Film in Austria/FISA+, dem Österreichischen Filminstitut, EIT Culture & Creativity und Servus Media veranstaltet bzw. unterstützt. Ziel ist es, aktuelle Entwicklungen der Medien- und Kreativwirtschaft aufzugreifen, den Austausch zwischen Wirtschaft, Forschung, Politik und Kreativbranche zu fördern und Salzburg als innovativen Film- und Medienstandort nachhaltig weiterzuentwickeln.

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