
Beton als Baustoff hat eine lange Tradition in Salzburg. Der Rohstoff ist geografisch gut verfügbar und viele Unternehmen der Zement- und Betonwirtschaft sind im Bundesland angesiedelt. Heute kommen viele der bereits bestehenden Bauten in Salzburg zunehmend ins Sanierungs- oder Abbruchalter. Durch die Entwicklung von Konzepten zum Betonrecycling können Abbruchmassen wieder in höhere Baustoffkreisläufe rückgeführt werden. Das ist im Sinne der Kreislaufwirtschaft und trägt zum klimaneutralen Bauen bei. Gleichzeitig ist es möglich, den hohen CO2-Ausstoß im Bausektor, in der Zementproduktion und Betonherstellung zu reduzieren, indem CO2 im Beton gebunden wird. Diese Verfahren gibt es zwar bereits, sie sind aber in der heimischen Praxis kaum erprobt. In Österreich wird derzeit sogar nur vereinzelt Recyclingbeton (RC-Beton) eingesetzt.
Salzburg als Vorreiter in der Verwendung von RC-Beton
Das Land Salzburg hat in jüngster Zeit starke Impulse für den Einsatz von RC-Beton gesetzt, dazu zählen verschiedene Projekte im Bereich Forschung und Entwicklung und ein eigenes Pilotprojekt („CICO“). Dieses wird vom Land im Rahmen der WISS (Wissenschafts- und Innovationsstrategie) gefördert und erforscht die Herstellung von RC-Beton. Nun folgt mit dem Start des Forschungsprojekts „CO2 max“ die nächste Stufe: Bei dem Projekt steht erstmalig in Salzburg (und ganz Österreich) die Bindung von CO2 in RC-Beton im Fokus. Bislang gibt es nur in der Schweiz ähnliche CO2-Pilotprojekte, vereinzelt wird auch schon in Deutschland erprobt. Somit ist Salzburg österreichweit in der Vorreiterrolle.
RC-Beton wird mit CO2 injiziert
Im „CO2 max“-Feldversuch wird in Salzburg erstmals die neue Technologie zur CO2-Injektion und Bindung im Herstellungsverfahren für RC-Beton mittels einer mobilen Demonstrationsanlage erprobt. In der ETH Zürich beziehungsweise vom Spin-off-Start-up Neustark wurde das CO2-Mineralisierungsverfahren entwickelt, das in der Betonrecyclinganlage Salzburg-Sulzau angewendet und erforscht wird. Dabei wird untersucht, wie die spezifische regionale und chemische Zusammensetzung des Gesteins, die etablierte Verfahrenstechnik der Betonaufbereitung und die regionalen Betonrezepturen zum neuen Produkt „klimaneutraler(er) RC-Beton“ führen. Damit sollen außerdem das regional anfallende CO2 aus biogenen Quellen, wie etwa der Zellstoffproduktion oder aus Kläranlagen, nachhaltig gebunden werden, um aktiv CO2 zu reduzieren. Die Bindung von CO2 in RC-Beton zahlt in den European Green Deal ein, mit dem die EU bis 2050 klimaneutral werden will. Denn der Bausektor ist für etwa mehr als ein Drittel der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. Davon entfallen rund acht Prozent auf die Verwendung von Beton. Bei der Pressekonferenz am Freitag, 22. April 2022 wurde die Neustark-Anlage zur Anreicherung von RC-Beton mit CO2 feierlich in Betrieb genommen.
Das sind die Unternehmen hinter CO2 max
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